EDS: Schulhofverbot für alle

EDS: Schulhofverbot für alle

Lintorf. Schwärmen sonst mit dem Pausengong kurz nach elf Uhr knapp 300 Schüler laut tobend aus dem Schulgebäude, blieb es am vergangenen Freitag verdächtig still. Eine ganz andere Meute hatte das Kommando auf dem Schulhof der Eduard-Dietrich-Schule (EDS) übernommen. In der Kiefer direkt neben der Turnhalle hatten mehrere Tausend Bienen sich in einer Schwarmtraube niedergelassen. Dies geschieht immer dann, wenn im Frühjahr das Bienenvolk zahlenmäßig am größten ist, der Bienenstock zu eng wird und das Bienenvolk sich teilt. Zunächst werden sogenannte Weiselzellen angelegt, die ausschließlich für die Aufzucht von Königinnen dienen. Die Königin legt in jede dieser Zellen jeweils ein Ei ab, das nur mit dem Königinnenfuttersaft, dem Gelée Royale, gefüttert wird. Es ist besonders reichhaltig und sorgt dafür, dass schon nach 16 Tagen eine neue Königin aus der Larve entsteht. Bereits nach neun Tagen verlässt jedoch ein Teil des Bienenstaates zusammen mit der Königin den Stock. Sie versammeln sich dann unweit des alten Bienenstocks zu einer Schwarmtraube, von der aus die Spurbienen nach neuen Behausungen suchen.

In diesem Jahr hatte sich solch ein Schwarm die alte Kiefer neben der Turnhalle der Schule an der Duisburger Straße ausgesucht. Eine Kollegin des Kinderhauses hatte ihn gesehen und direkt bei Franz Naber vom Bienenzuchtverein gefragt, was zu tun sei.  Da er in unmittelbarer Nähe zur Schule wohnt, war Naber schnell zur Stelle und konnte sich der Bienen annehmen. Der Schwarm wurde von ihm mit Wasser eingestäubt, da die Bienen dann durch das Wasser schwerer werden und anfangen sich zu putzen. Anschließend werden sie „abgeschlagen“ mit der Absicht, sie in einen gut belüfteten Kasten zu dirigieren. Dieser blieb mehrere Stunden unter der Kiefer stehen, um auch noch die letzte Biene des Schwarms aufznehmen.

Die gesamte Aktion sorgt natürlich für reichlich Unruhe im Bienenschwarm und die Gefahr, dass sie sich von den tobenden Kindern bedroht fühlen, war einfach zu groß. Deshalb musste für den Nachmittag der Schulhof gesperrt werden und nur der hintere, am Konrad-Adenauer-Platz gelegene Teil, konnte benutzt werden. „Ich mag eigentlich gar keinen Honig, aber ich will auch, dass die Bienen ein schönes Zuhause finden, denn wir brauchen sie für unsere Blumen“, meinte Lilly ganz pragmatisch, als sie das Absperrband am Schulhofzugang sah.

Am Abend transportierte Bienenzüchter Naber den Kasten an einen Ort, von dem er glaubt, dass die Bienen sich dort wohlfühlen werden. „Den Rest müssen jetzt aber die Spurbienen übernehmen und einen geeigneten Platz suchen, der von der Mehrheit des Schwarms akzeptiert wird“, meinte Naber sichtlich zufrieden über die glatt verlaufene Rettungsaktion.

 




One thought on “EDS: Schulhofverbot für alle

  1. Angelika Kompalik

    Auf diese Art und Weise lernen die Kinder gleich etwas über Bienen, warum sie wichtig sind für Mensch und Natur und dass sie – derzeit gefährdet durch bestimmte Pflanzenschutzmittel – von uns Menschen besonders geschützt werden sollten. Aber auch als Erwachsene hab ich aus dem Artikel noch was gelernt. Prima!

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