Dokoupil: Der Bild-Erfinder der Gegenwart

Dokoupil: Der Bild-Erfinder der Gegenwart

Düsseldorf. Er zählt zu den ungewöhnlichsten Künstlern der Gegenwart: Jiȓí Dokoupil begeistert seit Jahrzehnten die internationale Kunstszene mit immer neuen Stilen und Maltechniken. Ob Autoreifen, Kerzenruß, oder sogar Muttermilch – Jiȓí Dokoupil nutzt alle möglichen Materialien, um seine künstlerischen Visionen auf Leinwand zu bannen. Jetzt kommt das Kunstgenie mit seinen poetischen Seifenblasenbildern – strahlend, schön und unwirklich – nach Düsseldorf. Am Freitag, 23. März, 19 Uhr eröffnet die Galerie Geuer und Geuer Art an der Heinrich-Heine-Allee 19 die Ausstellung „Dokoupil – Bubbles on Paper“. Gezeigt werden  25 neue, teils großformatige Papierarbeiten, bei denen der deutsch-tschechische Künstler Seifenblasen als malerisches Gestaltungsmittel verwendet hat – eine experimentelle Herangehensweise, die einzigartig ist.

Kennzeichnend für Dokoupils Werke, die sich unter anderen in den Kunstsammlungen des Centre Pompidou Paris, des Museums Ludwig Köln und dem National Museum of Contemporary Art Seoul befinden, sind die außergewöhnlichen Materialien und Techniken, mit denen er arbeitet. So verwendet er seit Mitte der 1980er Jahren keinen Pinsel mehr, sondern greift bei der Werkgestaltung auf andere, mitunter ganz ungewöhnliche Materialien zurück. So bringt er als erster und einziger Maler der Welt durch Pusten die Seifenblase selbst auf das Papier. Dabei spielt das Prinzip der Zufälligkeit bei den Kompositionen eine ebenso entscheidende Rolle wie die Farbauswahl. Ergebnis sind faszinierende, zufällig entstandene Überlagerungen von Farbblasen, die durch das Zerplatzen auf dem Papier entstehen.

Der 1954 in Krnov geborene Dokoupil hat sich bereits früh in der Kunstgeschichte einen großen Namen gemacht: Mit Martin Kippenberger, Albert und Markus Oehlen sowie A.R. Penck gehörte er in den 80er Jahren zu den bedeutendsten Vertretern der Jungen Wilden. Studiert hat er bei Hans Haacke an der Cooper Union in New York und während seiner Zeit in Köln war er Mitglied der Künstlergruppe „Mühlheimer Freiheit“. 1982 nahm Dokoupil an der documenta 7 in Kassel teil. Ein Jahr später lehrte er als Gastprofessor an der Düsseldorfer Kunstakademie; seit 1989 unterrichtet er an der Circulo des Bellas Artes in Madrid. Jiȓí Dokoupil lebt in Berlin und Prag.

Parallel zur Vernissage in Düsseldorf erscheinen auch die ersten beiden Grafikeditionen „Goldblau“ und „Jamaica Achate“, die der Künstler gemeinsam mit der Geuer und Geuer Art verlegt. Als grafische Werke greifen sie die Erfolgsserie der Bubbles erstmalig auf und stellen damit eine Weltpremiere dar. Auch diese Arbeiten werden während der Ausstellung, die bis zum 21. April läuft, präsentiert.

Foto: privat