Demenzinformationstag auf dem Lintorfer Markt

Demenzinformationstag auf dem Lintorfer Markt

Lintorf (mvk). “Demenz ist eine Krankheit, die jeden treffen kann, egal welcher sozialen Schicht man angehört. Und noch immer ist sie ein Tabuthema, über das viele Betroffene nicht gerne reden. Dabei besteht viel Aufklärungsbedarf“, sagte Lena Gildemeister, die seit März diesen Jahres die Koordination der Ratinger Demenzinitiative übernommen hat. Zusammen mit ihren Kooperationspartnern stand sie vergangenen Mittwoch auf dem Marktplatz in Lintorf für Informationen und Gespräche rund um das Thema Demenz, Hilfen und Entlastungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Das Haus Bethesda und die Gerontopsychiatrische Ambulanz der Theodor Fliedner Stiftung, der Aktivtreff 60plus, die Evangelische Kirchengemeinde Lintorf-Angermund, die AWO Angerland, das Haus Salem (Lintorf) der Kaiserswerther Diakonie sowie die Pflegeunion beantworteten Fragen und informierten sowohl die Erkrankten als auch deren Familienangehörigen. Der Bedarf nach Tagespflegediensten und einem geregelten Fahrdienst zu den Kooperationspartnern wurde an diesem Tag besonders deutlich. Betreuende Familienmitglieder haben nicht immer die Möglichkeit (und auch Kraft), rund um die Uhr für die Erkrankten da zu sein oder sie zu den entsprechenden Kooperationspartnern zu fahren. Vielen Besuchern des Infostandes waren auch noch nicht die neuen Regelungen zu den Entlastungsleistungen bekannt. Seit Anfang des Jahres gibt es nämlich für Personen mit geringen Pflegestufen ebenfalls Zuschüsse.

Die Minderung der Leistungsfähigkeit bei den an Demenz Erkrankten ist leider nicht heilbar, sie schreitet immer weiter voran. Deshalb ist es um so wichtiger, dass sie nicht alleingelassen oder gar abgeschoben werden. Aber auch die Familienangehörigen, die sie oftmals pflegen, dürfen nicht vergessen werden, damit sie nicht bis zur eigenen Selbsterschöpfung pflegen. Darum gibt es auf der Wallstraße die Beratungs- und Informationsstelle “Laden“ der Ratinger Demenzinitiative. Dort erhalten die Betroffenen kostenlose Informationen sowie persönliche Beratung. Außerdem werden ihnen dort die Kooperationspartner vermittelt. Deren Angebot reicht von der Diagnostizierung der Krankheit über häusliche und ambulante Betreuung, diversen Freizeitangeboten, Pflegediensten bis hin zu stationären Einrichtungen. Die Zusammenarbeit der Netzwerkpartner funktioniert sehr gut, sie tauschen sich untereinander aus und vermitteln sich gegenseitig.

Lena Gildemeister von der Ratinger Demenzinitiative , Sabine Kempken von der AWO Angerland und Bettina Borsch vom Aktivtreff 60+ am Infostand zusammen mit Besucherin Ute Klinger (Foto: privat)