„Dämonen“: Provinzkaff versinkt im Chaos

„Dämonen“: Provinzkaff versinkt im Chaos

Essen. Die Bühnenadaption eines weltberühmten Romans steht ab Donnerstag, 12. Oktober, 19:30 Uhr, wieder auf dem Spielplan des Essener Grillo-Theaters: Fjodor Dostojewski greift in seinen zwischen 1870 und 1872 entstandenen „Dämonen“ historische Ereignisse rund um den Terroristen Netschajew auf und entwickelt daraus ein faszinierendes, bisweilen surreal anmutendes Meisterwerk über Glaube und Besessenheit, Moral und Skrupel, Revolution und Religion.

Ruhig und beschaulich geht es zu in dem kleinen russischen Provinznest: Man trifft sich bei der vermögenden Witwe Warwara, um süffisante Dispute über Kultur und Halstücher zu führen, und übt sich in der hohen Kunst der leeren Rede. Doch dann stürzt die Heimkehr von zwei jungen Männern die vermeintliche Idylle ins Chaos. Als der Anarchist und Atheist Pjotr eine Schar von Revolutionären um sich versammelt mit dem Ziel, eine totalitäre Weltordnung durchzusetzen, weht in dem beschaulichen Örtchen plötzlich ein scharfer Wind. Pjotr will die lahme Greisengesellschaft aufrütteln und dafür würde er notfalls auch über Leichen gehen. An der Spitze seiner Bewegung fehlt ihm allerdings noch die Lichtgestalt, die die Massen verführen kann. Wer könnte das besser als der zweite Neuankömmling, der charismatische Nikolaj? Doch der gibt nicht nur seiner Mutter Warwara Rätsel auf. Woher kommen seine plötzlichen Wutausbrüche? Was verbindet ihn mit der verrückten Marja? Ist er womöglich selber geisteskrank? Seine Unberechenbarkeit macht ihn gleichzeitig aber auch attraktiv für die Damenwelt, was Nikolaj durchaus zu nutzen weiß. Und so geraten immer mehr Menschen in den zerstörerischen Sog der beiden Männer, die mit dämonischer Energie eine Spur der Verwüstung ziehen.

Für das Schauspiel Essen hat Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer eigens eine Bühnenfassung von Dostojewskis „Dämonen“ erstellt und setzt diese auch in Szene.

Es spielen: Thomas Büchel, Stefan Diekmann, Ingrid Domann, Alexey Ekimov, Cynthia Cosima Erhardt, Axel Holst, Gro Swantje Kohlhof, Ines Krug, Stefan Migge, Philipp Noack, Stephanie Schönfeld, Sven Seeburg, Rezo Tschchickwischwili.

Karten kosten zwischen 14 und 29 Euro im Vorverkauf im Ticketcenter, Telefon 0201/81 22-200, und im Internet.

Foto: Martin Kaufhold




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