Besondere Schulstunde für Grundschüler

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Kaiserswerth. Eine besondere Schulstunde haben die Schüler der dritten Klasse der Grundschule Kaiserswerth erlebt. Christiane Immer, Palliativkoordinatorin am Florence-Nightingale-Krankenhaus und Andreas Winter, Palliativmediziner und Leitender Oberarzt der Palliativstation, haben die Kinder besucht und mit ihnen über Gesundheit und Krankheit, Leben und Tod gesprochen.

Anlass für diese Schulstunde ist der geplante Besuch der Klasse vor Weihnachten im Florence-Nightingale-Krankenhaus. Die Kinder werden Patienten auf der Palliativstation und in der Onkologischen Tagesklinik besuchen und ihnen Weihnachtslieder vorsingen. „Damit werdet ihr den Patienten eine große Freude bereiten. Und Freude hilft gegen Schmerzen, das habt Ihr vielleicht selbst schon einmal erlebt“, erklärt Mediziner Andreas Winter.

Um die Kinder auf den Besuch im Krankenhaus vorzubereiten, ihre Fragen zu beantworten und mögliche Ängste zu nehmen, sind Christiane Immer und Andreas Winter in die Schule gekommen. „Das Wort Palliativstation ist ein seltsames Wort, nicht wahr? Es kommt aus dem Lateinischen, der Sprache der alten Römer. Es kommt von ‚Pallium‘ und bedeutet ‚Mantel‘. Mit einem Mantel kann ich jemanden vor der Kälte schützen oder auch in den Arm nehmen. Und genau das tun wir auf der Station: Wir schützen die Patienten vor den Schmerzen – mit Medikamenten, aber auch, indem wir ihnen eine gute Zeit ermöglichen. Deshalb arbeiten mehr Menschen auf unserer Station als auf anderen Stationen im Krankenhaus: Eine Dame malt mit den Patienten, andere gehen mit ihnen spazieren oder kochen das Lieblingsessen der Patienten.“

Auf der Palliativstation werden Menschen betreut, die nicht mehr richtig gesund werden und ganz unterschiedliche Krankheiten haben, nicht nur Krebs, erklärt Winter weiter.

„Habt ihr Fragen, gibt es etwas, was euch ein komisches Gefühl macht, wenn ihr zu uns kommt?“ fragt er. Ob man sich anstecken könne, will ein Junge wissen. „Eine ganz wichtige Frage! Nein, die Patienten auf unserer Station haben keine ansteckenden Krankheiten.“ Ob auf der Station Menschen ohne Haare sind, fragt ein anderes Kind. „Ich bin dort der einzige ohne Haare“, lacht Winter. „Die Patienten, die durch die Behandlung die Haare verloren haben, tragen eine Perücke. Und wenn die Behandlung vorbei ist, wachsen die Haare auch wieder nach.“ Ein Mädchen fragt nach, wie es passiert, dass man Krebs bekommt. „Wer zu viel raucht oder zu viel falsche Sachen ist, kann Krebs bekommen. Da ist aber ganz viel Zufall dabei. Das ist ganz wichtig: Die Menschen, die Krebs haben, sind dafür nicht verantwortlich. Deshalb darf man nicht zu ihnen sagen: ‚Du hast etwas falsch gemacht.“ 

Abschließend erklärt Christiane Immer, dass die Kinder auf dem Flur singen werden und die Patienten, die sich gut fühlen, zu ihnen herauskommen, während die anderen, die sich nicht so gut fühlen, den Liedern durch die geöffneten Türen lauschen werden. „Wir freuen uns riesig, dass Ihr kommt.“

Foto: Bettina Engel-Albustin

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