Ausstellung über „Stolpersteine“

Ausstellung über „Stolpersteine“

Düsseldorf. Hinter jedem Stein eine Biografie: Von Dienstag, 10. Juli, bis einschließlich Sonntag, 26. August, ist in der Mahn- und Gedenkstätte, Mühlenstraße 29, die Sonderausstellung „Stolpersteine – ein dezentrales Mahnmal in Düsseldorf“ zu sehen. Auf Tafeln wird eine Auswahl der von dem Kölner Künstler Gunter Demnig in Düsseldorf verlegten „Stolpersteine“ und der dazu gehörigen Biografien mit Fotos von NS-Opfern gezeigt. Die Sonderausstellung ist zu den üblichen Öffnungszeiten der Gedenkstätte zugänglich. Der Eintritt ist frei.

Das europaweite Gedenkprojekt erinnert mit Messingplatten im Bürgersteig vor den letzten Wohnsitzen mit Namen und Daten an Nachbarn und Mitbürger, die während der NS-Zeit aus rassistischen, politischen oder religiösen Gründen getötet wurden. Seit dem Start Mitte der 1990er Jahre hat Gunter Deming in hunderten Städten inzwischen fast 70.000 „Stolpersteine“ vor den ehemaligen Wohnsitzen verlegt. Es ist das größte dezentrale Denkmal weltweit.

Seit einem einstimmigen Beschluss des Rates der Landeshauptstadt Düsseldorf aus dem Jahre 2003 werden auch hier „Stolpersteine“ in nahezu allen Stadtteilen und für Angehörige nahezu aller Opfergruppen in den Bürgersteigen verlegt. Bis zum Sommer 2018 beträgt die Gesamtzahl der verlegten Steine 302 Stück, von denen eine Auswahl in der Ausstellung präsentiert wird. Die historisch-wissenschaftliche Recherche der Biografien der Menschen „hinter“ den Steinen obliegt der städtischen Mahn- und Gedenkstätte, die auch regelmäßig Rundgänge in den Stadtteilen anbietet. Die Verlegung, die auf Anregung von Patinnen und Paten aus der Bürgerschaft beruht, wird vom Förderkreis der Gedenkstätte koordiniert.

In jedem Sommer kommen in Düsseldorf bei einer jährlichen Verlegung rund 20 neue Steine hinzu. Die 2007/2008 entstandene Ausstellung dokumentiert aber nicht nur die Steine und ihre Verlegeorte. Im Vordergrund stehen vielmehr die Ermordeten, denen die Steine gewidmet sind: Aus den Archiv- und Sammlungsbeständen konnten Familienfotos, Dokumente, Briefe oder Tagebuchauszüge genutzt werden, um den bisherigen Lebensweg der Menschen darzustellen und sie den Betrachtenden nicht nur als Opfer zu zeigen. Unter diesen Personen sind jüdische Düsseldorfer, aber auch Kommunisten und Widerstandskämpfer, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, Wehrmachtsdeserteure, „Euthanasie“-Opfer oder Obdachlose.

Öffnungszeiten: dienstags bis freitags und sonntags von 11 bis 17 Uhr, samstags von 13 bis 17 Uhr, montags geschlossen.

Archivfoto: privat