Artikel drucken Artikel drucken

Herkules, Schimanski und Lara Croft

Von Redaktion erstellt am 10. März 2010 in Rubrik: Aus der Nachbarschaft
Herkules, Schimanski und Lara Croft

Kulturhauptstadt/Hattingen. Ob Herkules oder Schimanski, Jeanne d’Arc oder Lara Croft - jede Zeit macht ihre Helden. Das zeigt eine große Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart der Heldenverehrung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 12. März bis 31. Oktober in seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen präsentiert. 850 hochkarätige Exponate laden zu einer Reise von Rom bis ins Revier ein.
„Die Spannweite ist groß: vom antiken Heldenmythos, der Jahrhunderte überdauert, bis zum TV-Helden für einen Abend, von den Anfängen europäischer Kultur bis zu den Helden des Ruhrgebietes. Die Ausstellung leistet damit einen besonderen Beitrag zur Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010“, erklärte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale am Mittwoch (10.3.2010) bei der Vorstellung der Schau in Hattingen. Der Ort hat eine eigene Helden-Geschichte: Vor 20 Jahren kämpfte hier eine ganze Region gegen das Aus der Stahlhütte und feierte ihre Anführer.
Im Schatten des ältesten Hochofens im Revier erzählt die Ausstellung mit dem Titel „Helden. Von der Sehnsucht nach dem Besonderen“ auf einer Fläche von 1.200 Quadratmetern Geschichten von Machern und Medien, von kampfbereiten Arbeitern und stolzen Unternehmern, religiösen Vorbildern, gefeierten Sportlern und engagierten Helfern.
Das Spektrum der Exponate reicht von einer drei Meter hohen Herkules-Statue bis zum kleinen Splitter des „Silberpfeils“, in dem Rennfahrer Bernd Rosemeyer 1938 verunglückte, vom 500 Jahre alten Harnisch des „letzten Ritters“ Kaiser Maximilian I. bis zur Jacke von TV-Kultkommissar Schimanski, vom antiken Torso einer Amazone bis zur lebensgroßen Figur der Cyberheldin Lara Croft.
180 Leihgeber aus ganz Europa und Übersee steuerten Objekte bei, darunter auch einen Stahlträger des zerstörten World-Trade-Center sowie den Helm eines Feuerwehrmanns, der am 11. September 2001 beim Einsatz in New York ums Leben kam. Dieses Exponat ist erstmals außerhalb Amerikas zu sehen.
„Uns geht es darum zu zeigen, wie Helden funktionieren, wer sie macht und warum sie offenbar gerade in Zeiten des Wandels gebraucht werden.
Dabei setzen wir auf starke Bilder und die Aura der Exponate“, erklärt Projektleiter Dietmar Osses. Die Ausstellungsarchitektur ziehe die Besucher mit spannenden Inszenierungen in ihren Bann.
Durchblicke und Sichtachsen setzen Ausstellungsstücke aus verschiedenen Bereichen und Zeiten miteinander in Beziehung und eröffneten immer wieder neue Perspektiven, so Osses weiter. Viele Medienstationen machten die Sehnsucht nach dem Besonderen für Augen und Ohren zum Erlebnis. Die Helden aus Filmen und Computerspielen würden an Bildschirmen lebendig.

Anzeige

Anzeige

Leserbrief schreiben