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Graupensuppe, Döner und ein Glas Wasser

Von Redaktion erstellt am 25. Februar 2010 in Rubrik: Kultur, Lintorf
Graupensuppe, Döner und ein Glas Wasser

Lintorf. Für den Döner bei Volkan Eriks Kabarettabend in der Manege sorgte wieder der Lintorfer Dönerimbiss „Istanbul“. Das Graupensuppenrezept hatten Eriks Gesprächspartner – Edith und Peter Bohnen – mitgebracht. Ein Glas Wasser schüttete die Düsseldorfer „Waschkraft“ Peter Philipp während seines umjubelten „Heavy-Metal-Auftritts“ ins Publikum. Volkan Eriks fünfter Kabarettabend „Dönerwetter“ in der Dönerbude Manege war ausverkauft und das Lintorfer Publikum am Ende restlos begeistert.

Den größten Applaus heimsten natürlich die vier „Waschkräfte“ aus Düsseldorf ein: Ansgar, Immo, Peter und Pedda. Gleich am Beginn nahmen sie das Publikum mit dem a cappella vorgetragenen Radetzky-Marsch für sich ein. Überhaupt, so stellte die musikalisch vielseitige Truppe aus der Großstadt schnell fest, kommt im ländlichen Lintorf Folklore besonders gut an.

Übrigens wussten die „Waschkräfte“, dass sie in Lintorf auftreten – und nicht in Ratingen. Das rechneten ihnen die zahlreichen gebürtigen und zugewanderten Lintorfer unter den Zuschauern hoch an. Inzwischen weiß auch Gastgeber Volkan Erik, dass die Manege in Lintorf steht. „Ich freue mich wieder in Lintorf zu sein“, begrüßte er das Publikum nach der kurzen Winterpause.

„Waschkraft“ kann jedoch mehr als den Radetzky-Marsch und Dudelsackmusik a cappella vortragen. Das Spektrum reicht von traurigen Liedern über Liebeslieder bis zum Sommerhit. Zu ihrem eigenen Sommerhit lieferten die vier Künstler gleich einen eigenen Tanz mit. Wenn also in den nächsten Tagen Lintorfer sich an die Nase fassen und den anderen Arm dadurch stecken – Kinder denken dabei schon mal an einen Elefantenrüssel –, dann haben sie wieder den Waschkraft-Sommerhit im Ohr.

Höhepunkt des bald einstündigen Auftritts aber waren ohne Zweifel die Heavy-Metal-Songs. Nicht nur die Musik trug die Truppe gekonnt vor – wohlgemerkt alles a cappella. Vielmehr verstanden sie es auch, die Gestik und Mimik einer Heavy-Metal-Band überzeugend darzustellen. Drei Zugaben musste „Waschkraft“ geben, bevor die Lintorfer sie endlich von der Bühne ließen.

Steffi und Hanna von den Westhäkchen aus Ratingen-West überzeugten als Nachwuchskünstler ebenfalls das durchaus kritische Lintorfer Publikum. Sie kamen als Bienen auf die Bühne und erklärten die Globalisierung der Weltwirtschaft. Sie fliegen von Düsseldorf aus morgens nach Marokko, sammeln Honig ein, bringen ihn mit dem Flieger nachmittags zurück und verkaufen ihn als echten marokkanischen Honig „made in Germany“. Übrigens auch in Marokko. Dass die marokkanischen Bienen davon nicht so begeistert sind, ahnten die beiden. Aber so sei nun mal die Globalisierung. Der Westhäkchen-Nachwuchs machte jedenfalls Geschmack auf mehr.

Schwieriger hatte es Puff Baba alias Tachi Cevik. Aber das lag nicht am mangelnden Witz und an fehlender Ironie seiner Texte. Cevik tritt als Rapper auf, seine Sprache ist dem angepasst. Bei einem Publikum, das zum weit überwiegenden Teil jenseits der 40 oder gar der 50 angesiedelt ist, kommt dieser Stil aber nicht wirklich an. Puff Babas Komik ist bei einem etwas jüngeren Publikum sicher deutlich besser aufgehoben.

Volkan Erik glänzte als Gastgeber wieder in den verschiedensten Rollen. Ob er nun mit Frau und Kind bei Ikea Regale einkauft oder eine verspätete Büttenrede hält, er begeistert sein Publikum mal mit hintergründigen Gedanken, mal mit einem platten Witz. Doch die Lintorfer mögen ihn inzwischen sehr.

Als Gesprächsgast hatte Erik an diesem Abend Edith und Peter Bohnen eingeladen. Edith Bohnen arbeitet seit . über 30 Jahren ehrenamtlich für den Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) in Ratingen und machte auch in der Manege engagiert für dessen Arbeit Werbung. Auf die Frage, wie sie zum SKF gekommen sei, sagte Edith Bohnen: „Meine Mutter war 40 Jahre im SKF tätig. Ich hab’s mit der Muttermilch aufgesogen.“ Ihr Mann Peter Bohnen, der sie in ihrer Arbeit stark unterstützt, hatte das Rezept seines Leib-und Magengerichts mitgebracht: Graupensuppe.

Übrigens findet das nächste Dönerwetter am Mittwoch, 24. März, statt. Karten sollten am besten im Vorverkauf erstanden werden. An der Abendkasse gab es gestern jedenfalls keine Karten mehr.

Im Internet:
Waschkraft
Puff Baba
Westhäkchen
SKF Ratingen

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