446 Künstler öffnen ihre Ateliers

446 Künstler öffnen ihre Ateliers

Düsseldorf. 446 Düsseldorfer Künstler sowie 76 Gäste öffnen im September wieder an 228 Kunstpunkten ihre Ateliers. Auch vier Gastkünstler der Stadt Düsseldorf werden erwartet, diesmal aus Israel, Belgrad, Zagreb und Glasgow. Die Besucher können gespannt sein und an den beiden Wochenenden 15., 16. und 22., 23. September den zahlreichen Malern, Bildhauern, Fotografen, Videokünstlern und sonstigen Kunstschaffenden in ihrem Arbeitsumfeld, samstags jeweils von 14 bis 20 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr, über die Schulter schauen. Dies ist die Gelegenheit, fernab von Galerien und Museen, den direkten Kontakt zu Künstlern und ihren Werken zu finden. Sonst kaum zugängliche, oft verborgene Orte, können bei den Kunstpunkten erkundet werden. Orte, an denen Ideen und Gedanken zur materiellen Form werden, an denen Kunstwerke entstehen – das sind die Kunstpunkte.

Kulturdezernent Hans-Georg Lohe: „Kultur in Düsseldorf bewegt: Die ‚Düsseldorf Cologne Open Galleries‘  führten bereits am vergangenen Wochenende zahlreiche Besucher in die Düsseldorfer Galerien. An den beiden kommenden Wochenenden geht es nun mit den Kunstpunkten 2018 zurück zum Ursprung der Kunst: Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstler öffnen für alle Interessierten ihre Ateliers. Die Besucher können dort einen Einblick in die künstlerische Arbeit erhalten und gleichzeitig die verschiedenen Werke erkunden.“

In Düsseldorfs ehemaligen Ladenlokalen und Hinterhöfen gibt es eine lebendige Szene, die sich immer wieder aufs Neue erfindet und mit spannender Kunst aufwartet. Flingern verzeichnet eine besonders hohe Künstlerdichte, beispielsweise auf der Ackerstraße. Allein hier stellen am ersten Wochenende, 15./16. September, 28 Künstler an neun Kunstpunkten aus, darunter auch der Fotograf Michael Jonas und Jochen Saueracker mit seinen Collagen und Grafiken. Die Fotografin Renate Scherra (Ackerstraße 29a) zeigt ihre außergewöhnlichen analogen Fotoarbeiten. Ihr Anspruch ist es, authentische Momentaufnahmen der fotografierten Motive zu erzeugen, komplett ohne digitale Nachbearbeitung.

Viele Künstler kann man auch an einem Ort besuchen, wenn man in die großen Atelierhäuser geht wie zum Beispiel in das älteste Atelierhaus der Stadt auf der Sittarder Straße 5, das BBK-Kunstforum (Birkenstraße 47), das Atelierhaus an der Theodor-Heuss-Brücke (Kaiserswerther Straße/Ecke Uerdinger Straße) oder auch die Golzheimer Siedlung auf der Franz-Jürgens-Straße. Im Ballhaus (Kaiserswerther Straße 390) zeigen der Fotograf H. G. Neuse, der Maler Ovadja Alkara und der Bildhauer Lothar Krüll eine Gemeinschaftsausstellung. 

Die Birkenstraße bietet fünf Ateliers mit 15 Künstlern. Darunter auch die versierte Video- und Medienproduzentin Gudrun Teich und die Malerin Gabriele Weide, die sich vor allem im Spannungsfeld zwischen Figuration und Abstraktion bewegt.

Am zweiten Kunstpunkte-Wochenende, 22./23. September, lockt vor allem die Lierenfelder Straße 39, wo unter anderem Manuel Franke, der die Kunst in der Düsseldorfer Wehrhahn-Linie mitgestaltet hat, sein Atelier öffnet, sowie Alexandra Klawitter, die mit ihren Objekten, Skulpturen, Plastiken und Zeichnungen besticht.

Auch im Süden gibt es zahlreiche große Atelierhäuser, etwa auf der Walzwerkstraße 14, der Himmelgeister Straße 107 (Salzmannbau), und auch die Ateliers Höherweg sind immer einen Besuch wert. Der Verein Kunst im Hafen, Reisholzer Werftstraße 75/77,  bietet gleich mehreren Künstlern in einem alten Lagerhaus direkt am Rhein sehr gute Arbeitsmöglichkeiten und ist seit Jahren ein beliebter Kunstpunkt.

Die langjährigen Künstleraustauschprogramme des Kulturamtes der Landeshauptstadt Düsseldorf haben vielen Künstlern Möglichkeiten der Zusammenarbeit eröffnet. Dieses Jahr werden vier Gäste aus Israel, Belgrad, Zagreb und Glasgow in der Sittarder Straße 5 erwartet.  Aus dem Künstlerdorf Ein Hod in Israel kommt der Designer, Schauspieler und Regisseur Gil Becher, einer der Gründer des Arma-Theaters, das für ausgefallene Performances im öffentlichen Raum bekannt ist. Der Maler Jovan Dostanic aus Belgrad und die junge Künstlerin Jelena Lovrec aus Zagreb stellen in der Franz-Jürgens-Straße 12 aus.

Auch die in Düsseldorf bestehende lebhafte Off-Szene präsentiert sich an den jeweiligen Freitagabenden vor den „Kunstpunkte“-Wochenenden, am 14. und 21. September. Die von Künstlern selbst organisierten Ausstellungsräume warten von 19 bis 22 Uhr mit Ausstellungseröffnungen und einem speziell für das Kunstpunkte-Publikum zusammengestellten Programm auf wie zum Beispiel Performances, Filme oder Konzerte.

Neben alteingesessenen Off-Räumen wie dem Metzgerei Schnitzel Kunstverein e. V. (Bilker Allee 233), dem Kultureck Otto Zwo (Ottostraße 2) und dem Parkhaus im Malkastenpark (Jacobistraße 6a) sind auch einige Off-Räume zum ersten Mal dabei wie „sonneundsolche“ in der Birkenstraße 44. Das erst 2017 gegründete „Subsol“ (Ackerstraße 67) zeigt Malerei und Objektkunst und im Sprink (Franklinstraße 30-34) treten in der Ausstellung „MASSEPHASE“ circa 50 Künstlerinnen und Künstler aus dem Umfeld der Kunstakademie Düsseldorf und der HfbK Hamburg mit ihren Werken gegeneinander an.

Das Projekt „Metropolitan 2“ wurde von Komponist und Musiker Christian Banasik und der Sopran-Sängerin Irene Kurka konzipiert. Bei der Performance interpretieren die beiden Förderpreisträger für Musik gemeinsam mit der Chorgemeinschaft „DIVA“ unter Leitung von Barbara Beckmann, sowie Marko Kassl (Akkordeon) und Alexander Herren (Orgel) die architektonischen Gegebenheiten akustisch und musikalisch neu. Das Text- und Installationskonzept des U-Bahnhofs „Kirchplatz“ von Enne Haehnle bildet die Grundlage. Die Performance findet am Samstag, 22. September, um 12 und 13 Uhr im U-Bahnhof und der anliegenden St. Peter Kirche statt.

Im „café creativ“ der Diakonie Düsseldorf arbeiten Wohnungslose unter der Leitung von Künstler Georg H. Schmidt zwei Mal die Woche an eigenen Werken in den Bereichen Malerei, Figurenbau (nach Jaques Tilly) und Fotografie. Am Samstag, 15. September, von 14 bis 20 Uhr und am Sonntag, 16. September, von 12 bis 18 Uhr haben Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit, bei Livemusik und Mitmachaktionen durch die Ausstellung zu flanieren und mit den wohnungslosen Künstlern ins Gespräch zu kommen.

Im Atelier Am Eck und dem Kunstraum in der Himmelgeister Straße 107e findet am Samstag und Sonntag, 22. und 23. September, eine „Back from Selection“-Ausstellung statt. Dort zeigen Künstlerinnen und Künstler, die in den Vorjahren mit dem Künstleraustausch der Stadt Düsseldorf in Partnerstädten waren, ihre dort entstandenen Arbeiten.

Am Samstag und Sonntag, 22. und 23. September, wird zudem die Hall of Fame an der Unterführung Vennhauser Allee von zahlreichen Kreativen aus Düsseldorf und Umgebung durch Graffitikunst neu gestaltet. Besucher sind herzlich eingeladen, den kreativen Prozess live zu verfolgen. Außerdem gibt es am Sonntag zwei Führungen mit Graffiti-Künstlern des Verbunt e. V.

Der Kulturrucksack NRW lädt in Zusammenarbeit mit Jugendfreizeiteinrichtungen wieder Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren zu Atelierführungen ein. Sie können in Begleitung von Düsseldorfer Künstlerinnen und Künstlern in Ateliers auf Entdeckungstour gehen.

Weitere Infos zu den Specials gibt es unter: www.kunstpunkte.de/specials

1997 vom Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf ins Leben gerufen, erfreut sich die Aktion Kunstpunkte wachsender Beliebtheit, was durch die bis zu 65.000 Atelierbesuche an den beiden Wochenenden in den letzten Jahren eindrucksvoll belegt wird.

Die Kunstpunkte wollen auf das vielfältige künstlerische Schaffen in Düsseldorf aufmerksam machen. Dabei sticht die Dichte und die hohe Qualität der in der Landeshauptstadt wirkenden Künstler hervor. Durch die Einladung in die Ateliers soll ein breites Publikum für Kunst interessiert und Neugierde geweckt werden. Die Kunstpunkte zeigen, dass die Künstlerinnen und Künstler in der Kunststadt Düsseldorf eine feste Größe sind. Auch der kommerzielle Aspekt spielt an den Kunstpunkte-Wochenenden eine Rolle: Man hat die Chance Kunst direkt aus dem Atelier zu kaufen.

Traditionell wird es auch wieder einen Pendelverkehr mit Oldtimer-Bussen und geführten Touren geben. Abfahrt des Shuttle-Busses ist an der Parkbucht vor den Düsseldorfer Rheinterrassen, samstags um 14 und 17 Uhr, sonntags um 12 und 15 Uhr. Neben den Führungen auf Deutsch wird es am Sonntag, 23. September, um 15 Uhr auch eine Tour auf Englisch geben. Jede Tour dauert drei Stunden und wird von Künstlern fachkundig begleitet, die Informationen zu ihren Künstlerkollegen geben und für Fragen zur Verfügung stehen. Tickets gibt es für 15 Euro im Vorverkauf bei „Hollmann Buch & Presse“ in den Schadow Arkaden, unter der Rufnummer 0211-329191, oder im Kulturamt, unter der Telefonnummer 0211-8996112 oder 0211-8994155.

Wie in jedem Jahr, geben Flyer und Plakate – dieses Mal in dunkelrot und neongrün – einen Überblick über die Atelierstandorte, die sich wie ein Sternenhimmel über das Stadtgebiet ergießen. Als hilfreicher Wegweiser zu den Ateliers dient das Kunstpunkte-Faltblatt. Es leitet die Besucher an den beiden Wochenenden von Atelier zu Atelier. Eine Unterteilung nach Genres wie z. B. „M“ für Malerei, „F“ für Foto, „S“ für Skulptur und „MK“ für Medienkunst erleichtert den Kunstspaziergang durch Düsseldorf.

Auf der Website www.kunstpunkte.de kann man sich darüber hinaus durch Anklicken der Karte darüber informieren, welche Ateliers in unmittelbarer Nähe liegen und sich so seinen ganz persönlichen Kunstpunkte-Tag gestalten. Über die Suchfunktion kann man beispielsweise gezielt nach Künstlern eines bestimmten Genres suchen. Ateliers mit barrierefreiem Zugang sind zusätzlich sowohl auf dem Flyer als auch im Internet besonders gekennzeichnet.

Foto: Landeshauptstadt Düsseldorf/David Young